Heute
strahlen zum ersten Mal in der Geschichte des Radios die wesentlichen
privaten Hörfunkstationen Deutschlands weitgehend
zeitgleich einen einstündigen Talk-Gipfel mit Gerhard Schröder, SPD,
und Angela Merkel, CDU/CSU, zur Bundestagswahl aus. Beide zeigen sich
im Gespräch mit Radio-Gipfel-Moderator Thomas Koschwitz, der die
Kanzlerkandidaten jeweils eine halbe Stunde getrennt voneinander
befragte, eine Woche vor der Wahl kämpferisch.
Auszüge aus dem Gespräch
Bundeskanzler
Schröder ist optimistisch, dass seine Partei bei
der
Bundestagswahl stärkste Kraft werden kann, "ich will meine
Arbeit
fortführen." Koalitionsaussagen lehnt er ab, schließt
aber ein
Bündnis mit der Linkspartei kategorisch aus. Im Interview verteidigt
er das Arbeitslosengeld II der Hartz IV-Reform: "Es gibt kein
Land in
Europa, das so großzügig ist". Zum Thema Steuern und
Finanzen sagt
Kanzler Schröder, dem Wunsch der Bürger zur Vereinfachung
der
Steuererklärung bereits Rechnung getragen zu haben: "Ein
Arbeitnehmer, der keine zusätzlichen Einkünfte hat, braucht
heute
lediglich eine DINA 4-Seite für seine Steuererklärung."

Erster Radio-Gipfel im Privatfunk: Initiator Lutz Kuckuck, Radiozentrale,
Bundeskanzler
Gerhard Schröder und Moderator Thomas Koschwitz
im Gespräch
(v.l.n.r.). (obs/RADIOZENTRALE GmbH)
Angela
Merkel will die Arbeitslosenquote deutlich unter 10 Prozent senken
und sich beim Wachstum "daran messen lassen, dass Deutschland
künftig in der Spitzengruppe der europäischen Länder
liegt." Bei der
Debatte um Paul Kirchhoff stellt sie klar, dass im Falle eines
Wahlsieges das Unionsprogramm mit einem Spitzensteuersatz von 39
Prozent umgesetzt werde. Zum Stichwort Außenpolitik sagt Angela
Merkel, dass es unter ihrer Regierungsführung keine deutschen
Soldaten im Irak geben werde. Eine Zusammenarbeit mit der SPD in
einer großen Koalition würde für sie Stillstand bedeuten.
Der heute
erstmals ausgestrahlte "Radio-Gipfel" entstand
auf
Anregung der im Frühjahr gegründeten Gattungsinitiative
RADIOZENTRALE. Insgesamt 45 private Stationen übertragen die Sendung
mit einer quasi bundesweiten Abdeckung und erwarteten 15 Millionen
Zuhörern. "Mit diesem Gipfel hat Privatradio in Deutschland
gepunktet
und seinen Stellenwert auch in der Vermittlung wesentlicher
informatorischer Inhalte eindrucksvoll unter Beweis gestellt",
so
Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der RADIOZENTRALE.

Initiator Lutz Kuckuck, Radiozentrale, Unions-Kanzlerkandidatin Angela
Merkel und Moderator Thomas Koschwitz im Gespräch (v.l.n.r.).
(obs/RADIOZENTRALE GmbH)
"In einem medialen Wahlkampf wie diesem zeigt das Radio sein
Stärke in der Konzentration auf Sprache und Inhalte - ohne dass
optische Dinge von den Argumenten ablenken", so der Journalist
und
Radio-Gipfel-Moderator Thomas Koschwitz. Der enge Terminplan von
Kanzler und Kandidatin in diesem verkürzten Wahlkampf verhinderte
in
diesem Jahr noch ein direktes Aufeinandertreffen, so dass die beiden
Interviews kurz vorher aufgezeichnet und ungeschnitten 1:1 ("live
on
tape") zur Ausstrahlung gebracht wurden. Koschwitz: "Nach
dem Erfolg
dieser Sendung und den vielen Hörerfragen im Vorfeld bin ich mir
sicher, dass es in Zukunft neben dem TV-Duell auch ein Radio-Duell
im
engen Sinn geben wird - und das dann am besten live."
Gerhard
Schröder und Angela Merkel nutzen Hörfunk übrigens
nicht
nur in Wahlkampfzeiten. Der Lieblingssong des Bundeskanzlers stammt
von Elvis: "In the Ghetto." Und Angela Merkel hört nicht
nur auf
Wahlveranstaltungen gern "Angie" von den Rolling Stones.
Für alle, die die Spezial-Sendung nicht live mitverfolgen konnten,
stellt die RADIOZENTRALE den gesamten Radio-Talk als MP3-Datei auf
ihrer Website zum Downloaden und auch als Podcast zur Verfügung.
Unter www.radiozentrale.de ist zudem die vollständige Liste der
teilnehmenden Sender einzusehen.
Link:
Radiozentrale